Pflegegrad Voraussetzungen

Zum 1.1.2017 haben die Pflegegrade die Pflegestufen abgelöst. Selbstverständlich müssen auch nun Voraussetzungen erfüllt sein, um von der Pflegeversicherung als Pflegebedürftiger anerkannt zu werden.

Die bisherige Einteilung in Pflegestufen auf Grundlage der Anzahl an Minuten, die ein Pflegebedürftiger an Unterstützung bedarf, wurde mit Umsetzung des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes zum 1.1.2017 abgelöst. Die Anerkennung einer der fünf Pflegegrade entscheidet sich im Begutachtungsassement nach Überprüfung der Selbständigkeit und Alltagskompetenz des Pflegebedürftigen. Die Höhe der Pflegeleistungen in Form von Pflegegeld oder Pflegesachleistung richten sich weiterhin nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit.


Sind Sie sich unsicher, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind?


Welche Punkte für eine Anerkennung der Pflegebedürftigkeit vorliegen müssen, entnehmen Sie nachfolgender Tabelle:

Pflegegrade Grundpflege
Psychosoziale Hilfe

Nächtliche Hilfen

Präsenz tagsüber
Pflegegrad 1 27 - 60 in Min. bis 1x täglich nein

nein

Pflegegrad 2 30 - 127 in Min. bis 1x täglich bis 1 Mal nein

Pflegegrad 2 mit

eingeschränkter Alltagskompetenz

8 - 58 in Min. 2-12x täglich nein weniger als 6 Stunden
Pflegegrad 3 131-278 in Min. 2-6x täglich bis 2 Mal weniger als 6 Stunden

Pflegegrad 3 mit eingeschränkter

Alltagskompetenz

8 - 74 in Min. 6xtäglich bis ständig bis 2 Mal 6-12 Stunden
Pflegegrad 4 183 - 300 in Min. 2-6 x täglich 2 bis 3 Mal 6-12 Stunden

Pflegegrad 4 mit eingeschränkter

Alltagskompetenz

128 - 250 in Min. 7 x täglich 1 bis 6 Mal rund um die Uhr

Pflegegrad 5 mit eingeschränkter

Alltagskompetenz

24 - 279 in Min. mind. 12 x täglich 3 Mal rund um die Uhr


Pflegebedürftigkeit - was bedeutet das konkret?

Nach §14 SGB XI  bedeutet pflegebedürftig, dass eine Person wegen einer Krankheit oder einer Behinderung auf Dauer Hilfe im Alltag benötigt. Für den Bezug von Leistungen der Pflegeversicherung ist dies grundlegende Voraussetzung. Der Grad der Pflegebedürftigkeit bestimmt dann auch die Höhe der Leistungen – man spricht von Pflegegraden. Vereinfacht gesagt gilt: je pflegebedürftiger eine Person ist, desto höher ist die Pflegestufe, die ihr zusteht.

Mehr zum Thema Pflegestufen  können Sie hier lesen. Dieser Beitrag erklärt den Begriff der Pflegebedürftigkeit genauer.

Das elfte Sozialgesetzbuch definiert Pflegebedürftigkeit durch verschiedene Unterpunkte, auf die wir im Einzelnen eingehen werden:

 

“Pflegebedürftig im Sinne dieses Buches sind Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße (§ 15) der Hilfe bedürfen.”


Was bedeutet „Krankheit oder Behinderung“?

Krankheit oder Behinderung können körperlicher, geistiger oder seelischer Art sein. Konkret können dies sein: Verluste, Lähmungen oder andere Funktionsstörungen am Stütz- und Bewegungsapparat. Funktionsstörungen der inneren Organe oder der Sinnesorgane oder Störungen des Zentralnervensystems wie Antriebs-, Gedächtnis- oder Orientierungsstörungen sowie endogene Psychosen, Neurosen oder geistige Behinderungen. 

Was sind „Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens“?

Das sind die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Aufgaben des täglichen Lebens. Genauer gesagt sind das die Verrichtungen der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität und der hauswirtschaftlichen Versorgung:

  • im Bereich der Körperpflege das Waschen, Duschen, Baden, die Zahnpflege, das Kämmen, Rasieren, die Darm- oder Blasenentleerung,
  • im Bereich der Ernährung das mundgerechte Zubereiten oder die Aufnahme der Nahrung,
  • im Bereich der Mobilität das selbständige Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen oder das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung,
  • im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung das Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung oder das Beheizen.

Wie lange ist auf Dauer?

Die Dauer muss mindestens sechs Monate betragen, sonst gilt die Person nicht als pflegebedürftig. Der  Zeitpunkt der Prognoseerstellung ist hierbei wichtig.

Was bedeutet „der Hilfe bedürfen“?

Dieser Hilfebedarf muss in erheblichem oder höherem Maße vorliegen. Beschrieben wird dieses Maß durch die Pflegegraden: von geringen Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten (Pflegegrad 1), bis zu schwersten Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten, die mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung einhergehen (Pflegegrad 5).

Zusammengefasst:  Pflegebedürftig ist, wer durch Krankheit oder Behinderung bei den alltäglichen Aufgaben mindestens sechs Monate lang Hilfe benötigt. 

Wie Pflegestufen eingeteilt werden und wie sich diese auf die Leistungen der Pflegeversicherung auswirken können Sie  hier lesen.


Pflegeantrag stellen

Die Einstufung in einen Pflegegrad ist der Dreh- und Angelpunkt bei der Finanzierung des Pflegefalls. Sie haben zwei Möglichkeiten:

1. Laden Sie unseren formlosen Antrag direkt herunter. Im Anschluss müssen Sie ihn nur noch ausfüllen und an die Pflegekasse schicken. 

 

2. Klicken Sie auf "Antrag + Tipps per Mail erhalten". Dann lassen wir Ihnen den formlosen Antrag per Mail zukommen. Darüber hinaus erhalten Sie in den kommenden Wochen regelmäßig Tipps, wie Sie erfolgreich durch die Beantragung kommen.

Gerne schicken wir Ihnen den formlosen Antrag und weitere Tipps auch regelmäßige per Mail zu.

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So vermeiden Sie Fehler bei der Beantragung

 

In unserem kompakten Ratgeber zeigen wir Schritt für Schritt auf, wie Sie auch ohne professionelle Unterstützung erfolgreich den Pflegegrad beantragen. Darüber hinaus machen wir Sie auf Ihre Leistungsansprüche aufmerksam, die für Ratsuchende am Anfang sonst schwer zu überblicken sind. Das Gute: Alle Kosten, die für die Inanspruchnahme der Leistungen entstehen, werden von der Pflegekasse getragen. Mitunter handelt es sich um einige hundert Euro im Monat, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten.