Pflegegrad beantragen: Antrag, alle Pflegestufen, Widerspruch & Höherstufung

Ein Pflegefall kommt oft unvorhergesehen und verändert den Alltag von jetzt auf gleich. Damit Sie sich als Angehöriger oder Pflegeperson vollständig um Ihren Pflegebedürftigen kümmern und die Pflege organisieren können, unterstützen wir von PflegeVertrauen Sie unabhängig von Pflegekassen in der aktuellen Pflegesituation beim Pflegegrad beantragen mit einem formlosen Antrag auf Pflegegrad, informieren Sie über die Pflegegrade und Pflegestufen, helfen Ihnen beim Widerspruch einlegen und begleiten Sie bei der Höherstufung.


Wie funktioniert das Beantragen eines Pflegegrads / einer Pflegestufe?


1. Pflegeantrag stellen

Überprüfen Sie zunächst, ob die Voraussetzungen für den Pflegegrad erfüllt sind und beantragen Sie diesen im Anschluss bei Ihrer Pflegekasse.


2. Begutachtung meistern

Bei der MDK Begutachtung entscheidet sich, welcher Pflegegrad anerkannt wird.

Der Termin sollte gut vorbereitet sein - gerne bereiten wir Sie darauf vor.


3. Ergebnis überprüfen

 Jeder 3. Antrag wird abgelehnt, viele weitere zu niedrig anerkannt. Lassen Sie den Bescheid unabhängig überprüfen. So erhalten Sie einen fairen Pflegegrad.



Wann sollte ich einen Pflegegrad beantragen?

Wenn Sie merken, der Pflegebedarf und die Einschränkungen Ihres pflegebedürftigen Angehörigen nehmen zu, sollten Sie den Pflegegrad beantragen. Wenn Sie sich unsicher sind, prüfen Sie vorab ob die Voraussetzungen für die Antragstellung erfüllt sind.

In vier Schritten den Pflegegrad beantragen

Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, stellen Sie den Antrag auf Pflegegrad und kontaktieren Sie Ihre Pflegekasse bzw. Pflegeversicherung. Die folgende MDK Begutachtung muss gut vorbereitet sein, nur so erhalten Sie einen fairen Grad.



Der kostenlose Pflegegradrechner – berechnen Sie den richtigen Pflegegrad

Bei der Begutachtung der Pflegesituation durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK, gesetzlich Versicherte) bzw. MedicProof (für Versicherte einer privaten Pflegeversicherung) müssen 64 Fragen beantwortet werden, die Auskunft über die Selbständigkeit bzw. Unselbständigkeit des pflegebedürftigen Antragstellers und seinen Einschränkungen nach SGB geben. Je mehr Punkte zum Pflegebedarf vom Gutachter im Begutachtungstermin anerkannt werden, desto höher sind der Pflegegrad und die Leistungsansprüche auf Pflegegeld oder Sachleistungen für Pflegedienst und Pflegeheim. Damit Sie sich einen ersten Eindruck über Ihren Anspruch verschaffen können, empfehlen wir Ihnen unseren kostenlosen Pflegegradrechner zu nutzen. Das Ergebnis kann jedoch nur als erste Einschätzung dienen, Abweichungen nach oben oder unten sind immer möglich, da die genaue Auslegung und die Unterscheidung in die verschiedenen Stufen für Laien nicht leicht verständlich sind. 


In vier Schritten den Pflegegrad beantragen

1. Voraussetzungen für einen Pflegegrad prüfen

Berechnen Sie mit unserem kostenlosen Pflegegradrechner, 

ob die Voraussetzungen für einen der fünf Pflegegrade erfüllt sind. Das Ergebnis kann als erste Einschätzung dienen.


2. Kontakt zur Pflegekasse und Antrag auf Pflegegrad ausfüllen

Machen Sie die Antragstellung auf Pflegegrad bei Ihrer Pflegekasse bzw. Pflegeversicherung, sobald sich abzeichnet, dass Pflegebedarf benötigt wird: für die Antragstellung laden Sie sich den formlosen Antrag herunter, füllen Sie ihn aus und schicken ihn per Einschreiben zur Pflegekasse. Viele Antragsteller sind der Meinung, dass das Ausfüllen für einen optimalen Antrag reicht - doch das ist leider ein Trugschluss, da jeder dritte Antrag abgelehnt wird. Unabhängige Pflegesachverständige können Sie als pflegenden Angehörigen unterstützen den Antrag so zu stellen, dass dieser im ersten Anlauf anerkannt wird und Sie einen fairen Pflegegrad erhalten.

3. Termin & Vorbereitung für die MDK bzw. MedicProof Begutachtung

Je nach Pflegekasse des Antragstellers meldet sich zur Begut-achtung ein Gutachter vom MDK oder MedicProof (wenn sie bei einer privaten Pflegeversicherung sind). 

Beim Begutachtungstermin wird überprüft, wie selbständig der Antragsteller seinen Alltag verrichten kann. Die Begutachtung muss gut vorbereitet sein, weshalb wir unseren Antragsservice empfehlen. Zusätzlich sollten Sie ein Pflegetagebuch führen, was in der Regel alleine jedoch nicht ausreicht. 


4. Anerkennung & Erhalt des richtigen Pflegegrads

Auf Grundlage der Beurteilung vom Gutachter entscheidet Ihre Pflegeversicherung bzw. Pflegekasse, ob und welcher der fünf Pflegegrade nach SGB anerkannt wird. Bei positivem Bescheid hat der Antragsteller rückwirkend ab dem Tag des Erstantrags Anspruch auf Leistungen wie z.B. das Pflegegeld. Die Erstattung zahlt die Pflegekasse direkt nach Anerkennung aus. 



Die Pflegestufen und das "Neue Begutachtungsassessment (NBA)"

Zum 01. Januar 2017 wurden nicht nur alle Änderungen des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) umgesetzt, sondern auch die vier Pflegestufen durch die fünf Pflegegrade ersetzt. Warum? Die alte Definition von Pflegebedürftigkeit berücksichtigte in erster Linie körperliche Beeinträchtigungen als Pflegebedarf – kognitive und psychische jedoch nur bedingt. Fortan werden Pflegebedürftige nicht mehr auf körperliche Beeinträchtigungen sondern auf den Grad ihrer Selbstständigkeit in Pflegegrade eingeordnet. Durch das Pflegestärkungsgesetz wird diesem Sorge getragen wird fortan ebenfalls die eingeschränkte Alltagskompetenz überprüft.

 

Nach Antragstellung findet zur Ermittlung des Pflegegrads das neuen Begutachtungsassesment (NBA) beim Begutachtungstermin durch einen Gutachter statt. Den Pflegegraden liegt eine Bemessung der Selbstständigkeit in sechs Kriterien zugrunde, die in der Begutachtung bestimmt werden: 1. Mobilität, 2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten, 3. Verhaltensweise und psychische Problemlagen, 4. Selbstversorgung, 5. Unterstützung beim Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und 6. Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte. Während der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (gesetzlich) bzw. MedicProof (privat versichert) werden die Einschränkungen überprüft und Punkte je nach Schwere der Beeinträchtigung vergeben. Je höher die Anzahl der Punkte, desto höher ist der Grad der Unselbständigkeit, der Pflegegrad und der finanzielle Anspruch beim Pflegegeld oder der Sachleistung, die monatlich durch die Pflegekasse bzw. Pflegeversicherung ausgezahlt werden und für die Versorgung des Pflegebedarfs durch einen ambulanten Pflegedienst oder in einem Pflegeheim verwenden können. Nutzen Sie die verschiedenen Möglichkeiten um sich über die benötigten Einschränkungen nach SBG beraten zu lassen, zum Beispiel in einem Pflegestützpunkt oder durch unsere unabhängigen Pflegesachverständige.


Antrag & Einstufung auf Pflegegrad 1, 2, 3,4 oder 5?

Die erfolgreiche Einstufung ist der Dreh- und Angelpunkt bei der Finanzierung des Pflegefalls eines pflegebedürftigen Angehörigen. Wenn der Pflegegrad anerkannt wird, erhält der Antragsteller ab dem Tag des Antrags Pflegeleistungen seiner Pflegekasse bzw. Pflegeversicherung. Um unkompliziert den Antrag stellen und Pflegebedürftigkeit feststellen zu können, erhalten Sie bei uns das formlose Antragsformular, das

  • rechtlich geprüft,
  • in wenigen Minuten ausgefüllt und
  • kostenlos ist.

Ebenfalls liegt dem Antragsformular eine Mustervollmacht zum Bevollmächtigen vor. So sparen Sie viel Zeit und Nerven. Bedenken Sie jedoch, dass jeder dritte Antrag abgelehnt wird. Deshalb arbeiten wir deutschlandweit mit unabhängigen Pflegesachverständigen zusammen, die Sie beim Pflegegrad beantragen auf Honorarbasis unterstützen - mehr Infos dazu unter Antragsservice


Beantragen von Pflegegrad 1 bis 5

Bevor der Antragsteller Leistungen von der Pflegekasse beziehen kann, muss zunächst der Pflegegrad beantragt werden. Wenn der pflegebedürftige Angehörige den Antrag nicht mehr selbst unterschreiben kann, kann er Sie als Pflegeperson dafür bevollmächtigen. Sobald der Pflegegrad nach Antragstellung durch den Gutachter und Ihre Pflegekasse bzw. Pflegeversicherung anerkannt ist, haben Sie Anspruch auf verschiedene Leistungen, wie z.B. auf das Pflegegeld, ambulante oder stationäre Sachleistungen oder einen ambulanten Entlastungsbetrag. Je höher der anerkannte Pflegegrad, desto höher ist der finanzielle Anspruch für den Pflegebedarf. Nachfolgende Tabelle gibt Ihnen als Pflegeperson eine erste Übersicht Ihrer Leistungsansprüche:

Leistungsanspruch  Pflegegrad 1  Pflegegrad 2  Pflegegrad 3  Pflegegrad 4   Pflegegrad 5 
Pflegegeld    316 € 545 € 728 € 901 €
ambulante Sachleistung durch Pflegedienst    689 € 1.298 € 1.612 € 1.995 €
ambulanter Entlastungsbetrag 125 € 125 € 125 € 125 € 125 €
Pflegesachleistung für Pflege im Pflegeheim 125 € 770 € 1.262 € 1.775 € 2.005 €
bundesdurchschnittlicher pflegebedingter Eigenanteil   580 € 580 € 580 € 580 €

Beantragen von Pflegegrad 1

Der Pflegegrad 1 ist die niedrigste Anerkennung der Pflegebedürftigkeit. Pflegebedürftigen mit diesem Pflegegrad stehen 125 Euro jeweils für die ambulante Entlastung und im Bereich der vollstationären Pflege zu. 

Beantragen von Pflegegrad 2

Der Pflegegrad 2 ersetzt seit 2017 die Pflegestufe 0 und die Pflegestufe 1. Anerkannte Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 haben Anspruch auf Pflegegeld und Pflegesachleistungen für Versorgung durch einen Pflegedienst oder im Pflegeheim. 

Beantragen von Pflegegrad 3

Der Großteil der Pflegebedürftigen ist in Pflegegrad 3 und der Nachfolgebegriff der Pflegebedürftigkeit für Pflegestufe 2 ist. Anerkannte Pflegebedürftige erhalten in diesem Grad deutlich mehr Pflegegeld und Pflegesachleistung als in Pflegegrad 2.

Beantragen von Pflegegrad 4

Pflegebedürftige, die große Unterstützung brauchen und in der Regel nicht mehr von pflegenden Angehörigen versorgt werden, sind in Pflegegrad 4 eingestuft. Dieser Grad ersetzt die Pflegestufe 3. Laden Sie sich das Antragsformular herunter.


Beantragen von Pflegegrad 5

Pflegegrad 5 ist der höchste der fünf möglichen Pflegegrade. Schwerstgradig Pflegebedürftige, die zu Zeit der Pflegestufen in Pflegestufe 3 mit eingeschränkter Alltagskompetenz oder gar als Härtefall galten, erhalten zukünftig Pflegegrad 5. Ihnen stehen die höchsten Leistungsansprüche beim Pflegegeld und der ambulanten bzw. stationären Pflegesachleistung zu.


Widerspruch bei falschem Pflegegrad

Wird der Antrag vom Gutachter bzw. Ihrer Pflegekasse oder Pflegeversicherung abgelehnt oder ein zu niedriger Pflegegrad anerkannt, empfehlen wir Ihnen einen Widerspruch einzulegen - hierfür haben Sie vier Wochen Zeit. Dieser muss unbedingt professionell begründet sein, damit er im zweiten Anlauf anerkannt wird - gerne unterstützen Sie unsere Pflegesachverständige mit einer professionellen Dokumentation des Pflegebedarfs: WiderspruchsserviceVerzichten Sie als pflegender Angehöriger auf einen Widerspruch und beantragen den Pflegegrad neu, verliert der Antragsteller alle Ansprüche von Antragstellung des Erstantrags.


Höherstufung des Pflegegrads

Wenn Sie bereits anerkannter Pflegebedürftiger mit einem Pflegegrad sind, können Sie eine Höherstufung beantragen, wenn sich die Situation verändert bzw. verschlechtert. In diesem Fall gehen Sie genauso vor wie beim Erstantrag auf Pflegegrad. Laden Sie sich unser formloses Antragsformular herunter, kreuzen Sie "Höherstufung des Pflegegrads" an, ergänzen Sie fehlende persönliche Angaben und schicken Sie das Schreiben per Einschreiben an Ihre gesetzliche Pflegekasse oder private Pflegeversicherung. Im Anschluss folgt erneut die Begutachtung durch einen MDK bzw. MedicProof Gutachter in dem Begutachtungstermin.


Bei welcher Pflegekasse sind Sie versichert?

Wir von PflegeVertrauen unterstützen Sie als unabhängige Experten beim Pflegegrad beantragen - wir sind keine Pflegekasse und arbeiten auch mit keiner zusammen. Zu jeder gesetzlichen Krankenkasse gehört eine gesetzliche Pflegekasse und zu jeder privaten Krankenversicherung eine private Pflegeversicherung. Um Leistungen zu erhalten, können Sie als Pflegeperson einen Antrag auf Pflege stellen. Dafür können Sie sich entweder den offiziellen Pflegeantrag von Ihrer Pflegeversicherung bzw. Pflegekasse zuschicken lassen oder aber Sie nutzen unseren formlosen Pflegeantrag als Antragsformular, das Sie direkt bei uns erhalten - die Seiten zu den einzelnen Pflegekassen und Pflegeversicherungen dienen zu Ihrer Information.


Gratis Hilfe: Pflegegradrechner, Musterformulare, Checklisten & praktische Tools

Damit Sie für die Zeit vor und nach der Antragstellung gut vorbereitet sind, haben wir in den vergangenen Jahren mit anerkannten Experten verschiedene gratis Hilfen wie zum Beispiel den Pflegegradrechner, Musterformulare, Checklisten und praktische Tools erstellt. In nachfolgender Tabelle finden Sie einige weitere, zu denen Sie umfangreichere Informationen finden, indem Sie diese anklicken. 


Persönliche Hilfe & Pflegeberatung in allen Bundesländern

Wir unterstützen Sie als Pflegeperson von der Antragstellung bis zum erfolgreichen Widerspruch. Dafür arbeiten wir deutschlandweit mit über unabhängigen 250 Pflegesachverständigen und Pflegeberatern zusammen, die sich täglich um die Anliegen von Familien mit Pflegebedürftigen kümmern. In welchem Bundesland leben Sie?

Bayern

Brandenburg Nordrhein-Westfalen Sachsen
Berlin Hamburg Niedersachsen Sachsen-Anhalt
Bremen Hessen Rheinland-Pfalz Schleswig-Holstein
Baden-Württemberg Mecklenburg-Vorpommern Saarland Thüringen

Warum wir Sie unterstützen

Jeder 12. Deutsche versorgt als Pflegeperson einen Angehörigen mit Pflegebedarf. Deshalb unterstützen wir von PflegeVertrauen Sie bei der Beantragung und Durchsetzung eines fairen Pflegegrads. Der Anlass für den Aufbau dieses unabhängigen Ratgeberportals war ein Pflegefall innerhalb der Familie des Gründers. Wir wissen also was es heißt, unvorbereitet in die Pflegesituation zu kommen. Damit Sie sich um Ihren Pflegebedürftigen kümmern können, stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, um das Organisatorische schnell, einfach und erfolgreich zu erledigen. Wir sind fest davon überzeugt, dass Sie nur dann jegliche Unterstützung wahrnehmen können, wenn Sie über alle Ihre Ansprüche Bescheid wissen.


Das sagen unsere Kunden

Formloser Antrag

"Wie schwer kommt man bitte teilweise an die Anträge bei den Kassen ran? Euer formloser Antrag wurde problemlos und sofort akzeptiert. Wir mussten keinen weitere Formulare ausfüllen. Mit eurem Ratgeber konnten wir uns super auf die MDK Begutachtung vorbereiten."

Peter S., 31 Jahre aus Hamburg


Ansprüche wahrnehmen

"Vielen Dank für die Hinweise auf unsere Ansprüche, die uns vorher nicht bekannt waren. Es ist in der Tat nicht einfach, über alles Bescheid zu wissen. Das kostenlose Pflegetagebuch und die Pflegehilfsmittel können wir übrigens sehr gut gebrauchen." 

Birte M., 41 Jahre aus München

Antragsservice

"Sollte wieder einmal Bedarf sein, werden wir uns sehr gerne an Sie wenden. Denn die Beratung vom Pflegeberater haben uns sehr geholfen. Wir durften erfahren, dass man nicht ganz allein ist, um bestimmte Dinge durchzusetzen." 

Ehepaar Gerhardt aus Bremen


Widerspruchsservice

"Der Antrag auf Pflegebedürftigkeit wurde wie befürchtet im ersten Durchgang abgelehnt. Dank der super Hilfe von euch hat es nun aber doch noch geklappt. Oma bekommt jetzt professionelle Pflege und ich weiß, dass sie gut versorgt wird. Herzlichen Dank dafür :-)"

Charlotte R., 24 Jahre aus Berlin



Häufig gestellte Fragen zum Pflegegrad beantragen